Lexikon

Was bedeuten die Wörter auf den T-Shirts?

„äddi a merci“: Tschüs und danke

Typischer, luxemburgischer Abschiedsgruß.

„a soss?“: Und sonst?

Übliche Floskel, die am Anfang eines Gesprächs verwendet wird, um zu verbergen, dass man sich eigentlich nichts zu sagen hat.

„gromperekichelchen“: Kartoffelpuffer

Die Kartoffel ist ohne Zweifel das Lieblingsgemüse der Luxemburger. Früher galt sie als Arme-Leute-Essen, die der oftmals bäuerlichen Bevölkerung das Überleben garantierte. Doch auch heute erfreut sich die Kartoffel in Luxemburg großer Beliebtheit. Sie findet in der großherzoglichen Küche vielseitig Verwendung, zum Beispiel als „gromperekichelchen“. Auf Festen und Jahrmärkten findet sich immer ein Stand, der „gromperekichelcher“ (Mehrzahl von gromperekichelchen) herstellt und verkauft. Ein Rezept für „gromperekichelcher“ finden Sie hier (auf luxemburgisch): Gromperekichelchen

„kachkéis“: Kochkäse

Die Luxemburger lieben Käse in allen Variationen. Der „kachkéis“ ist nicht ganz so fein wie viele französischen Käsesorten, doch er schmeckt gut und ist nahrhaft. Seine Beliebtheit verdankt er vor allem seinen guten Streicheigenschaften. Denn der „kachkéis“ schmeckt am besten, wenn er dick aufs Brot geschmiert wird. Die luxemburgische Version des „Superman“, der Superjhemp“, wirft sich anstatt Spinat eine Dose „kachkéis“ ein, um seine Superkräfte zu entwickeln, mit denen er Luxemburg regelmäßig vor dem Untergang rettet.

„klibber mech“: Rutsch mir den Buckel runter

In der Karwoche ziehen die Kinder lautstark mit einem Instrument, der “Klibber“, durch die Straßen und ersetzen auf diese Weise die Kirchenglocken, die zur Beichte nach Rom geflogen sind. Das Verb dafür heißt „klibberen“. Wenn jemand „klibber mech“ sagt, verlangt er also dem Wortsinn nach, „geklibbert“ zu werden.

„kuff d’schmull“: Halt den Mund

Dies ist eine Redewendung auf „Jéinesch“, einem Dialekt, der in Luxemburg von den fahrenden Händlern gesprochen wurde. „Jéinesch“ ist heute fast ausgestorben. Viele Wörter und Redensarten wurden aber in die luxemburgische Standardsprache übernommen, so wie „Moss“ für ein attraktives Mädchen oder „Klont“ für eine Prostituierte. Auch „kuff d’schmull“ ist heute ein im Luxemburgischen sehr oft gebräuchlicher Ausspruch.

„minettsdapp“: Bewohner des „Minett“ (südliches Luxemburg)

Den Grundstein für den Wohlstand Luxemburgs legte das Eisenerz, das im Süden des Landes entlang der französischen Grenze zu finden ist. Als nach dem Ende des 19. Jahrhunderts die industrielle Herstellung von Eisen begann, stieg Luxemburg weltweit zu einem der größten Hersteller von Stahl auf. Das Eisenerz heißt auf französisch „minette“. Auf Luxemburgisch ist ein „Dapp“ ein Kumpel, jemand, der das Herz am rechten Fleck hat. Die von der Arbeiterkultur geprägten Menschen im Süden des Großherzogtums bezeichnet man deshalb als „minettsdapp“. Sie haben den Ruf, sehr offen und direkt zu sein und ihre Meinung geradeheraus zu sagen („Vun der Long op d’Zong“).

„quetschen och“: Wer’s glaubt, wird selig

Die Luxemburger sind sehr erfinderisch im Erfinden origineller Ausdrücke. „Quetschen och“ könnte man auch noch mit „auf keinen Fall“ oder „mitnichten“ übersetzen. Mit der „Quetsch“ (Zwetschge) hat es nichts zu tun.

„rieslingspaschtéit“: Rieslingspastete

Die Luxemburger essen gerne und gut. Doch nicht nur die deftige, auch die feine Küche hat ihren Platz. Die „rieslingspaschtéit“ ist ein traditionelles luxemburgisches Gericht, das die Nähe der großherzoglichen Küche zu Frankreich zeigt. Denn dort wurde die Pastete vor etwa 1000 Jahren erfunden. Die „rieslingspaschtéit“ besteht aus einem mit würzigem Schweinefleisch gefüllten Mürbeteig. Das Fleisch wird vor der Zubereitung mariniert, u. a. mit Riesling von der Luxemburger Mosel.

„tockskapp“: Dickkopf

Nett gemeinter Ausspruch für Menschen, die etwas länger brauchen, um zu gehorchen oder einen Sachverhalt einzusehen. Wird oft für bockige Kinder verwendet.

„nondikass“: verdammt 

Die Luxemburger fluchen gerne bei jeder sich bietenden Gelegenheit. „nondikass“ ist der wohl mit Abstand am häufigsten benutzte Fluch. Über den Ursprung gibt es verschiedene Theorien. Am wahrscheinlichsten ist, dass „nondikass“ vom französischen „ nom de dieu“ herstammt. Da die katholischen Luxemburger Gott nicht beleidigen wollten, benutzten sie anstelle von „dieu“ das Wort „kass“.

 „vum lämmes gebass“: vom wilden Watz gebissen

Bezeichnung für Menschen, die urplötzlich ausrasten. Kann auch mit „töricht“ oder „närrisch“ übersetzt werden.

„vun hippches op haapches“: vom Hölzchen aufs Stöckchen

Vom Thema abschweifen, das Wesentliche aus dem Blick verlieren, sich in Nebensächlichkeiten verlieren. Im Deutschen ist dafür auch der Spruch „Vom Hundertsten ins Tausendste kommen“ gebräuchlich.

wat e gedeessems:

Kann am ehesten mit „Was für ein Brimborium“ oder „Was für ein Aufhebens“ übersetzt werden.

huddel a fatz:

Eine „Huddel“ ist ein dreckiger Lappen, eine „Fatz“ ein alter Fetzen. Wenn eine Sache kaputt ist, ist sie auf Luxemburgisch „huddel a fatz“ und damit definitiv nicht mehr zu gebrauchen. Doch der Ausdruck kann sich auch auf eine Person beziehen, die etwas zu tief ins Glas geschaut hat und dementsprechend einen Kater hat. Wenn also ein Luxemburger zu Ihnen sagt „Ech war huddel a fatz“, dann will er Sie höchstwahrscheinlich mit seinem übertriebenen Alkoholkonsum beeindrucken.